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Sind Krampfadern nur ein kosmetisches Problem?

Viele Menschen betrachten Krampfadern zunächst als Schönheitsproblem. Die bläulichen oder hervortretenden Venen stören im Sommer, beim Tragen kurzer Kleidung oder am Strand. Solange nichts weh tut, scheint es keinen Grund zu geben, etwas dagegen zu unternehmen.

Doch genau hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum: Echte Krampfadern sind nicht einfach ein kosmetisches Problem.

Rein ästhetischer Natur sind in vielen Fällen vor allem Besenreiser und kleine Netzvenen. Grössere sichtbare oder tastbare Krampfadern können dagegen Ausdruck einer Erkrankung des Venensystems sein und sollten deshalb medizinisch abgeklärt werden.

Besenreiser und Netzvenen: häufig vor allem kosmetisch

Besenreiser sind sehr kleine, oberflächlich liegende Gefässe, die rötlich, violett oder blau durch die Haut schimmern. Netzvenen sind etwas grössere, ebenfalls oberflächlich sichtbare Venen.

In vielen Fällen haben sie keinen relevanten Krankheitswert und werden hauptsächlich aus ästhetischen Gründen behandelt.

Ganz ignorieren sollte man sie trotzdem nicht immer. Treten plötzlich sehr viele sichtbare Venen auf oder bestehen gleichzeitig Beschwerden wie schwere Beine, Schwellungen oder grössere Krampfadern, kann eine Untersuchung des Venensystems sinnvoll sein.

Denn entscheidend ist nicht nur, was man von aussen sieht.

Warum Krampfadern medizinisch abgeklärt werden sollten

Bei Krampfadern, medizinisch Varizen genannt, sieht die Situation anders aus.

Hier funktionieren häufig die Venenklappen nicht mehr richtig. Normalerweise sorgen diese Klappen dafür, dass das Blut aus den Beinen entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert wird.

Schliessen die Venenklappen nicht mehr vollständig, fliesst Blut zurück und sammelt sich in den oberflächlichen Venen. Es entsteht ein sogenannter venöser Reflux. Die Vene erweitert sich zunehmend und wird als geschlängelte oder hervortretende Krampfader sichtbar.

Das Problem befindet sich also nicht nur an der Hautoberfläche.

Krampfadern können das sichtbare Zeichen einer chronischen Venenerkrankung sein.

«Aber meine Krampfadern tun überhaupt nicht weh»

Das ist eines der häufigsten Argumente, warum Betroffene ihre Krampfadern über Jahre nicht untersuchen lassen.

Doch fehlende Schmerzen bedeuten nicht automatisch, dass eine Krampfader harmlos ist.

Eine Venenschwäche kann lange bestehen, ohne starke Beschwerden zu verursachen. Manche Menschen haben deutlich ausgeprägte Krampfadern und empfinden kaum Einschränkungen. Andere bemerken zunächst nur unspezifische Symptome.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • schwere oder müde Beine
  • Spannungsgefühl
  • Schwellungen an Knöcheln oder Unterschenkeln
  • Juckreiz
  • nächtliche Beschwerden
  • zunehmende sichtbare Venen

Ob tatsächlich eine behandlungsbedürftige Venenerkrankung besteht, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Schmerzen oder des äusseren Erscheinungsbildes beurteilen.

Was kann passieren, wenn Krampfadern nicht behandelt werden?

Eine relevante chronische Venenschwäche kann sich über Jahre weiterentwickeln.

Durch den dauerhaft erhöhten Druck im Venensystem können zunächst Schwellungen entstehen. Später können Veränderungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes hinzukommen.

Mögliche Folgen einer fortgeschrittenen Venenerkrankung sind unter anderem:

  • chronische Ödeme
  • Hautveränderungen
  • bräunliche Verfärbungen
  • Verhärtungen des Gewebes
  • Entzündungen oberflächlicher Venen
  • Blutungen aus oberflächlich gelegenen Krampfadern
  • venöse Beingeschwüre

Das bedeutet nicht, dass jede unbehandelte Krampfader zwangsläufig zu schweren Komplikationen führt.

Es bedeutet aber: Eine echte Krampfader sollte nicht allein deshalb ignoriert werden, weil sie im Moment keine Beschwerden verursacht.

Warum Ultraschall wichtiger ist als eine Blickdiagnose

Ob eine sichtbare Vene lediglich kosmetisch störend oder Teil einer behandlungsbedürftigen Venenerkrankung ist, lässt sich am zuverlässigsten durch eine fachärztliche Untersuchung beurteilen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Duplex-Ultraschall.

Damit kann die Ärztin oder der Arzt sehen, wie das Blut durch die Venen fliesst, ob die Venenklappen richtig schliessen und ob ein krankhafter Rückfluss vorhanden ist.

Gerade bei grösseren sichtbaren Krampfadern sollte deshalb nicht nur die sichtbare Vene behandelt werden. Zunächst muss geklärt werden, woher die Krampfader kommt.

Denn häufig liegt die eigentliche Ursache in einer erkrankten Stammvene oder in einem weiter oben gelegenen Abschnitt des Venensystems.

Muss jede Krampfader sofort behandelt werden?

Nein. Nicht jede sichtbare Krampfader muss sofort behandelt werden.

Abklären sollte man relevante Krampfadern jedoch immer.

Ob anschliessend tatsächlich eine Behandlung notwendig oder sinnvoll ist, hängt vom Ultraschallbefund, vom Ausmass des venösen Rückflusses, von vorhandenen Beschwerden, Hautveränderungen und weiteren individuellen Faktoren ab.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Es geht nicht darum, jede sichtbare Vene möglichst schnell zu entfernen. Es geht darum, eine mögliche Venenerkrankung zu erkennen und medizinisch richtig einzuordnen.

Bedeutet die Diagnose Krampfadern automatisch eine Operation?

Viele Menschen schieben eine Untersuchung hinaus, weil sie Angst vor einer klassischen Venenoperation haben.

Dabei hat sich die Venenmedizin deutlich weiterentwickelt. Erkrankte Stammvenen können heute häufig minimalinvasiv von innen verschlossen werden. Dafür stehen beispielsweise moderne Verfahren wie VenaSeal™, Radiofrequenz oder endovenöse Lasertherapie zur Verfügung.

Je nach Befund können zusätzlich Sklerotherapie oder kleine Seitenastbehandlungen eingesetzt werden.

Viele dieser Eingriffe erfolgen ambulant und ermöglichen eine rasche Rückkehr in den Alltag. Die Diagnose «Krampfadern» bedeutet deshalb heute keineswegs automatisch «grosse Operation».

Kosmetik oder Medizin? Eine einfache Orientierung

Besenreiser und kleine Netzvenen sind häufig vor allem ein ästhetisches Thema.

Deutlich sichtbare, hervortretende oder geschlängelte Krampfadern sollten medizinisch untersucht werden.

Krampfadern mit Schwellungen, Hautveränderungen, Schmerzen oder Entzündungszeichen gehören erst recht fachärztlich abgeklärt.

Der entscheidende Punkt ist dabei immer derselbe: Von aussen sieht man die Krampfader. Im Ultraschall sieht man die Ursache.

Krampfadern nicht erst untersuchen lassen, wenn Probleme entstehen

Wer deutlich sichtbare Krampfadern hat, sollte nicht darauf warten, dass Schmerzen oder Hautveränderungen auftreten.

Eine frühzeitige Untersuchung kann zeigen, ob lediglich ein kosmetisches Problem besteht oder ob bereits eine relevante Funktionsstörung des Venensystems vorliegt.

In der VENENCLINIC wird das Venensystem mittels Duplex-Ultraschall untersucht. Anschliessend kann individuell entschieden werden, ob eine Behandlung notwendig ist und welches Verfahren am besten zum jeweiligen Befund passt.

Unser Fazit

Besenreiser und kleine Netzvenen können rein kosmetisch sein. Echte Krampfadern dagegen sollten medizinisch ernst genommen und fachärztlich abgeklärt werden.

Denn eine Venenerkrankung kann fortschreiten und langfristig zu Beschwerden, Hautveränderungen und weiteren Komplikationen führen.

Die gute Nachricht: Wird eine behandlungsbedürftige Venenerkrankung festgestellt, stehen heute schonende und minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Krampfadern sieht man von aussen. Wie gesund die Venen wirklich sind, zeigt der Ultraschall.

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